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21.09.2026

Helena Ott

ALASCA Round Table am 21.09.2026 in Leipzig

ALASCA mit C - wie Community: Gemeinsam technische Silos aufbrechen und Europas digitale Souveränität voranbringen.

Am Round Table zum Thema ALASCA mit C – wie Community: Gemeinsam technische Silos aufbrechen und Europas digitale Souveränität voranbringen, der von ALASCA e.V. organisiert wird, sollen wichtige Fragen zur Schaffung eines stabilen Open-Source-Ökosystem diskutiert werden.

Europas digitale Souveränität entscheidet zunehmend über Innovationsfähigkeit, Wettbewerbsstärke und technologische Unabhängigkeit. Gleichzeitig entstehen zahlreiche Initiativen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene mit ähnlichen Lösungswegen und Zielsetzungen. Oft entstehen diese jedoch nebeneinander statt miteinander. Technologische Silos, parallele Entwicklungen und fehlende Vernetzung zwischen Akteuren verhindern das Ausschöpfen von Potenzialen sowie die effiziente
Nutzung von Ressourcen. Welche Rahmenbedingungen braucht es in Europa, um zu verhindern, dass aus vielen guten Einzelinitiativen ein fragmentiertes Ökosystem entsteht?

Genau hier setzt Community an: Digitale Souveränität entsteht nicht durch isolierte Einzelprojekte, sondern durch echte Zusammenarbeit. Nur wenn Unternehmen, Forschung, öffentliche Hand und Open-Source-Communities ihre Kompetenzen bündeln und koordiniert zusammenarbeiten, können interoperable, skalierbare und nachhaltige digitale Infrastrukturen entstehen.

Open-Source schafft dafür die Grundlage: Transparenz, Nachvollziehbarkeit und technologische Offenheit ermöglichen es, Wissen zu teilen, Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln und Abhängigkeiten zu reduzieren – über Organisations-, Technologie- und Landesgrenzen hinweg.

Moderiert wird der Round Table von Julia Nitzschner (Silicon Saxony e.V.).

Expertinnen und Experten

Kernaussagen Pressegespräch

Dirk Meyer-Claassen

Abteilungsleitung „Strategie, Steuerung, Recht und Prozesse“, Senatskanzlei Berlin

Seit 2023 leitet Dirk Meyer-Claassen die Abteilung „Strategie, Steuerung, Recht und Prozesse (CDO-Aufgaben)“ (ehemalig war dies die Abteilung „Verwaltungsmodernisierung und -steuerung, Digitalisierung der Verwaltung“) in der Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. Zu seinen zentralen Aufgaben gehören die Gestaltung der Verwaltungsreform, Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau, die Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien sowie Digitalrecht und Digitalcheck. Darüber hinaus verantwortet er die gesamtstädtische Verwaltungssteuerung, die Steuerung der Bürger- und Ordnungsdienste, die digitale Barrierefreiheit und die Aufsicht über das ITDZ Berlin.

Statements

  • „Technologiefreiheit und Wechselfähigkeit müssen wichtiger sein als kurzfristige Bequemlichkeit.“
  • „Offene Standards und Open-Source sind strategische Instrumente für Resilienz und Wettbewerb – keine Ideologie.“
  • „Digitale Souveränität entsteht nicht durch Einzelprojekte, sondern durch eine konsequente Architektur, klare Strategien und verbindliche Standards.“

Vasu Chandrasekhara

Ambassador NeoNephos Foundation

Vasu Chandrasekhara ist ehemaliger VP für die Cloud-Native-Strategie bei SAP und heute Ambassador von NeoNephos. Nachdem er Kubernetes als Teil der Enterprise-Foundation bei SAP etabliert hat, konzentriert er sich heute auf das Cloud-Native-Ökosystem und die Entwicklung eines entsprechenden Mindsets für digitale Souveränität.

Zuvor leitete er das umfangreiche SAP-Projekt im Rahmen des EU-IPCEI-CIS und etablierte NeoNephos als dessen „OSS Infrastructure“. Vasu hat Physik und Informatik an der Universität Osnabrück studiert, lässt sich jedoch ungern an einen bestimmten geografischen Ort binden. Am liebsten ist er in der Cloud.

Statements

  • „Sovereignty = func(Ecosystem, Interoperability)“
  • „Gemeinschaftlich entwicklete, vendor-neutrale Open-Source-Lösungen, beispielweise im Eigentum einer Stiftung (wie Linux etc.), reichen nicht aus, um die Herausforderung in Europa zu stämmen.“
  • Das Kernproblem besteht darin, dass typische Open-Source-Foundations keine Lösung für die Monetarisierung der beteiligten bzw. beitragenden Parteien bieten, sondern diese Aufgabe den jeweiligen Anbietern überlassen. Dadurch tragen sie zur Fragmentierung des potenziellen Marktes bei.“

 

Luise Kranich

Abteilungsleiterin T – Technologiestrategie und Informationstechnik, BSI

Luise Kranich leitet im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Abteilung Technologiestrategie und Informationstechnik. Sie verantwortet die technologische Ausrichtung, Standards und Prüfmethoden über den gesamten IT-Stack sowie den Betrieb von Laboren und der internen IT des BSI.

Zuvor war sie Referatsleiterin im Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und gestaltete dort maßgeblich die Rahmenarchitektur, Standardisierung und föderalen Digitalisierungsprogramme zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG).

Mit Stationen in der angewandten Informatikforschung sowie im Non-Profit- und Startup-Umfeld verbindet sie strategische Technologiekompetenz mit praktischer Umsetzungserfahrung – an der Schnittstelle von Digitalisierung, Verwaltung und Sicherheit.

Statements

  • „Nicht die Technologie ist souverän, sondern das handelnde Subjekt – also Person oder Organisation.“
  • „Der Souveränitätsanspruch ergibt sich aus dem Anwendungszusammenhang und sollte nicht pauschal formuliert werden.“
  • „Für Wechselfähigkeit benötigen wir offene Schnittstellen und Bewertungskompetenz.“

Christian Schlaeger

Managing Director, Schwarz Digits Cloud GmbH

Chris Schlaeger leitet die Infrastructure as a Service (IaaS) Organisation der Schwarz Digits Cloud, die sich mit ihrer Marke STACKIT als europäischer Hyperscaler positioniert. Bevor er bei der Schwarz Digits Cloud anfing, arbeitete er 13 Jahre bei Amazon AWS und leitete wichtige Teile von EC2. Dort war er für technische Innovationen wie den Nitro Hypervisor und den Open Source Virtual Machine Manager Firecracker verantwortlich. Durch vorherige Stationen bei AMD und SUSE sowie private Projekte ist er seit vielen Jahren in der Open Source Community aktiv.

Statements

  • „Wir brauchen eine europäische Alternative zu den US-Hyperscalern.“
  • „Wir müssen den vorhandenen Technologievorsprung der US-Hyperscalern so schnell wie möglich ausgleichen.“
  • „Die Cloud ist ein Geschäft, das von Skaleneffekten getrieben ist. Jedes Wachstum ermöglicht neue Möglichkeiten, die nur mit einer bestimmten Größe freigeschaltet werden. Daher ist schnelles Wachstum kritisch für unseren Erfolg.“

Miriam Seyffarth

Leiterin Politische Kommunikation in der Open Source Business Alliance

Miriam Seyffarth leitet seit 2022 die Politische Kommunikation bei der Open Source Business Alliance. Von 2016 bis 2021 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Büroleiterin der Bundestagsabge-ordneten Tabea Rößner und betreute in dieser Funktion diverse bundespolitische Digitalthemen. Davor war sie als Kulturmanagerin am Deutschen Generalkonsulat in Saudi-Arabien tätig.

Statements

  • „Das Thema digitale Souveränität hat in den letzten Jahren deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten, das ist Segen und Fluch gleichzeitig: Zum Einen streiten immer mehr Akteure und Organisationen um die Definitionshoheit: Was genau ist digitale Souveränität, was ist es nicht? Wo beginnt Open-Washing oder Souveränitäts-Washing? Gleichzeitig gibt es auch wirtschaftlich mehr zu gewinnen, weshalb im Open-Source-Bereich nicht mehr nur die „Urgesteine“ unterwegs sind, sondern auch immer mehr Unternehmen, die einfach Aufträge gewinnen wollen. Als Open-Source-Community stehen wir daher vor der Aufgabe, trotz dieser Fliehkräfte unsere Anstrengungen zu bündeln und immer wieder auf gemeinsame Nenner zu kommen, damit wir an einem Strang zu ziehen, um das Ziel der digitalen Souveränität zu erreichen.“
  • „Die Open-Source-Community ist eine eingeschworene Gemeinschaft mit einem starken „In-Group-Gefühl“. Wenn wir wirklich die „Silos einreißen“ und neue Brücken bauen wollen, dann müssen wir uns aktiv und bewusst darüber Gedanken machen, wie wir uns mit anderen Communities und Branchen vernetzen können und wer neue Verbündete sein können.“

Christian Berendt

CEO 23Technologies GmbH, CEO OSISM GmbH, Mitglied des ALASCA Vorstands

Christian Berendt setzt sich bereits seit vielen Jahren im Bereich der Open-Source Cloud-Infrastrukutur ein und gründete in dieser Zeit unter anderem die 23 Technologies zum Transfer von cloud-nativer Technologie in den industriellen Bereich als auch die OSISM, eine Plattform zur Verwaltung von souveränen Clouds, an dessen Entwicklung er maßgeblich beteiligt war. 

Darüber hinaus engagiert ich Christian als Mitglied des Governing Boards der NeoNephos Foundation sowie bei ALASCA selbst – als Mitglied des erweiterten Vorstands und als Sprecher des Tchnical Steering Committees.

Statements

  • „Der Engpass ist nicht die Technologie, sondern die Kompetenz.“
  • „Open Source allein reicht nicht, es kommt auf die Governance an.“
  • „Souveränität ist keine Frage von Autarkie.“

Kurt Garloff

CEO S7n Cloud Services GmbH

Kurt Garloff ist seit Mitte der 1990er-Jahre tief in der Open-Source-Welt verwurzelt. Seine berufliche Laufbahn begann mit Beiträgen zum Linux-Kernel und führte ihn über verschiedene Führungs- und Entwicklungspositionen bei SUSE, unter anderem als Leiter der SUSE Labs, bis zur strategischen Arbeit an Open-Source-Partnerschaften.

Bei der Deutschen Telekom und T-Systems war er als Chefarchitekt maßgeblich an der Entwicklung der Open Telekom Cloud bzw. T-Cloud Public beteiligt. Später prägte er die Konzeption und technische Umsetzung des Sovereign Cloud Stack (SCS) und übernahm bei der OSBA die technische Projektleitung.

Heute berät und entwickelt er rund um den Sovereign Cloud Stack und engagiert sich in zahlreichen Open-Source-Communities. Unter anderem ist er gewähltes Board Member der Open Infrastructure Foundation und Mitglied des SCS Project Boards. Sein Schwerpunkt liegt auf offenen, souveränen Cloud-Infrastrukturen und der Verbindung von Technologie, Community und strategischer Führung.

Statements

  • „Der Versuch, den einen dominanten Cloudanbieter in Europa („Cloud-Airbus“) als Gegenmodell zu den Hyperscalern zu etablieren, ist zum Scheitern verurteilt und hilft digitaler Souveränität nicht.“
  • „Das Gegenmodell ist ein föderierter Ansatz, ein dezentraler, verteilter „Hyperscaler“, zusammengehalten durch gemeinsame offene Standards und Zusammenarbeit an freier Software und offenem Betriebswissen.“
  • „Fragmentierung ist bei größeren Vorhaben der natürliche Trend – dem muss mit viel Engagement und guten Strukturen begegnet werden. Das ist harte Arbeit!“

Marius Feldmann

COO Cloud&Heat Technologies und Vorstandsvorsitzende ALASCA e.V.

Marius Feldmann ist Chief Operating Officer bei Cloud&Heat Technologies und verantwortet in dieser Rolle die technologische Weiterentwicklung des Software-Stacks, den Betrieb der Cloud-Infrastruktur sowie die strategische Geschäftsentwicklung und Marktausrichtung. Er hat Cloud&Heat Technologies in mehreren bedeutenden Partnerschaften und Initiativen (u. a. Gaia-X, SCS, OSBA) verankert, darunter die Partnerschaft mit der STACKIT, in deren Kontext beispielsweise das Lifecycle-Management-System Yaook entstanden ist. Um Yaook von den einzelnen Unternehmen zu entkoppeln und unabhängiger weiterzuentwickeln, entstand parallel zur steigenden Nachfrage nach betriebsfähigen Open-Source-Tools für digitale Souveränität die Idee zur Gründung von ALASCA e.V., dessen Vorstandsvorsitz Marius Feldmann heute innehat.

Statements

  • „Digitale Souveränität in Europa erfordert das Erschaffen eines resilienten Open-Source-Ökosystems.“
  • „Ein nachhaltiges Open-Source-Ökosystem verbindet technische Communities und Unternehmen so, dass aus gemeinsamer Entwicklung wirtschaftlicher Wert entsteht – und dieser Wert wiederum neue Investitionen in Open Source ermöglicht.“
  • „Der Begriff Community umfasst nicht nur technische Communities sondern versteht sich als ein Zusammenschluss aller Akteure, die es für eine positive und gemeinsame Entwicklung der digitalen Souveränität benötigt – Technische Communities, wirtschaftlich resiliente Unternehmen und Abnehmer souveräner Cloud-Infrastrukturen.“

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